Internatsschule Schloss Hansenberg

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Schule

Auslandspraktikum

Artikel von Carl Winterhagen zum Auslandspraktikum 2014

Sche ne sä pa?

Wie ich hier in Brüssel gelandet bin, weiß ich im Endeffekt wahrscheinlich selber nicht so genau. Realisten könnten nun meinen, ich sei einfach aus dem Zug gestiegen, aber das wäre vielleicht ein bisschen zu kurzsichtig. Waren es die schier endlosen Schwärmereien meiner Vorgängerin über ihre Zeit hier? Fakt ist zumindest, dass es eine sehr gute Wahl war.

Brüssel als Stadt ist unübersichtlich, nicht sehr sauber und ziemlich bunt. Hier gibt es keine spektakuläre Skyline oder eine riesige Prachtstraße. Zwar sind mit dem Atomium, dem Grand Place und dem kleinen Manneken Piss gewissermaßen Hauptattraktionen vorhanden, doch der echte Charme Brüssels zeigt sich an anderen Plätzen, wie zum Beispiel dem Place du Luxembourg, wo sich jeden Donnerstag alle Praktikanten aus dem Europaviertel versammeln, dem Jubelpark, wo man zu dieser Zeit flanierend einen wirklich goldenen Herbst genießen kann, oder den zahlreichen Märkten, Plätzen, Parks und netten Gässchen in der ganzen Stadt, die viele Überraschungen parat halten. Ein wahrhaftes Schauspiel bietet allerdings auch das Leben der Stadt selber, so bunt, vielfältig und international geht es hier zu.

Meine Gastfamilie wohnt in einem ruhigen Viertel etwas abseits des Zentrums in einem typischen Reihenhaus. Außer der Deckenlampe und den schräg zur Seite abfallenden Wänden haben sich mir in meinem Zimmer auf dem Dachboden auch kaum Hindernisse geboten. Meine Gastmutter, eine viel arbeitende Frau, mit einem sehr nüchternen Blick auf das Leben, und ich haben uns von Anfang an sehr gut verstanden und auch mit dem äußerst fußballaffinen Gastvater war schnell ein gemeinsamer Nenner gefunden. Apropos Verständigung: Für mich als überzeugten Lateiner stellte sich vor den vier Wochen hier natürlich die Frage, wie mit der französisch sprechenden Gastfamilie zu kommunizieren sei. Mit meiner Gastmutter stellte sich das Problem kaum, da sie des Englischen mächtig ist, mit meinem Gastvater, der ein paar deutsche Brocken (Kirschen, Oktoberfest, Guten Tag!) beherrscht, wurde es da schon etwas schwieriger, aber auch das verlief mit der Zeit größtenteils problemlos. Für einfache Mitteilungen an meinen quirligen 8-jährigen Gastbruder und die eher zurückgezogene 11-jährige Schwester musste dann schon ab und zu die Zeichensprache herhalten. Außer dem regelmäßigen Abendessen und seltenen Einkaufstouren unternahm die Gastfamilie recht wenig mit mir, aber die mir gelassene Freiheit habe ich mit der Zeit zu schätzen gelernt und auf eigene Faust die Stadt erkundet oder mich mit den beiden anderen Hansenbergern in Brüssel verabredet.

Das Praktikum in der Hessischen Landesvertretung ist alles andere als eintönig. Zwar gibt es immer wiederkehrende Aufgaben, wie zum Beispiel das Verfassen kurzer Artikel für den BaB (Bericht aus Brüssel), doch die aktuellen Themen sind immer verschiedene. Zunächst einmal sollte man wissen, dass die Landesvertretung aus verschiedenen Abteilungen besteht: Dem Sekretariat, dem Veranstaltungsreferat und zahlreichen Spiegelreferenten der Hessischen Ministerien. Eine solche Referentin wurde als meine Praktikumsbetreuerin auserkoren. Dabei ist es üblich, dass ein Referent auch mal zwei Praktikanten betreut, denn in Spitzenzeiten waren wir hier in der Vertretung bis zu acht Praktikanten. Ein besonderes Highlight bieten immer die Abendveranstaltungen in der Landesvertretung. Dann werden Gäste aus den verschiedensten Institutionen und Bereichen eingeladen und es gibt einen Vortrag oder eine Diskussion. Als Praktikant hilft man hier beispielsweise beim Empfang der Gäste oder dem Verteilen von Headsets. Danach wird – und das ist wahrscheinlich das wahre Highlight – noch zu einem Empfang geladen. Manchmal erhält man auch den Auftrag zu einem Außentermin zu gehen und danach Bericht zu erstatten. Alles in allem bereitet mir die Arbeit große Freude, was auch oder vor allem dem „Klima“ in der Vertretung geschuldet ist.

Praktikum in der Hessischen Landesvertretung

Praktikum in der Hessischen Landesvertretung

Der Umgang der Praktikanten und Mitarbeiter untereinander hat doch etwas Herzliches und dennoch Formelles. Eine ganz andere Welt ist das, wenn man nicht Tag für Tag im Unterricht sitzt, sondern mal in „das richtige Leben“ Einblick erhält.

Carl Winterhagen, Q1

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