Internatsschule Schloss Hansenberg

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Schule

Fächer

1. Aufgabenfeld: Chinesisch · Darstellendes Spiel · Deutsch · Englisch · Französisch · Kunst · Latein · Musik · Spanisch
2. Aufgabenfeld: Ethik · Evangelische Religion · Geschichte · Katholische Religion · Philosophie · Politik und Wirtschaft
3. Aufgabenfeld: Biologie · Chemie · Informatik · Mathematik · Physik · Sport

Latein

Salvete discipulae discipulique, salvete parentes cari!

Das Fach Latein wird ab dem Schuljahr 2004/2005 von Dr. Gerhard Müller unterrichtet. Der Lateinunterricht ab der Klasse 10 ist vor allem durch die Lektüre lateinischer Autoren und durch der Interpretation ihrer Texte unter bestimmten Fragestellungen bestimmt. Gerade am Anfang werden aber auch grammatische Phänomene wiederholt und vertieft, auch um unterschiedliche Kenntnisstände aus dem Vorunterricht einander anzugleichen und den „Lektüreschock“ abzumildern, der viele Lateinschüler am Übergang vom Lehrbuch- zum Lektüreunterricht befällt.

Eroten im dionysischen Zug

Eroten im dionysischen Zug

Die Kursthemen für die Jahrgangsstufe 11 sind den Themenbereichen Geschichte und Gesellschaft und Geschichte zugeordnet. Innerhalb des Themenbereichs Geschichte ist der thematische Kernbereich Die Darstellung fremder Völker, in diesem Falle Caesars Darstellung des Gallischen Krieges bzw. De origine et situ Germanorum liber (kurz: Germania) des Tacitus, ferner Sallust, der auch über Sinn und Ziel von Geschichtsschreibung reflektiert. Der Themenbereich Gesellschaft und Geschichte beschäftigt sich unter der Themenstellung öffentliches und privates Leben z. B. mit Positionen römischer Autoren zu Freundschaft, zu Lebenskultur (z. B. Thermen, Abendeinladungen oder Massenunterhaltung in Zirkus und Arena) zum Verhältnis von Arbeit und Freizeit, Leben in der Gesellschaft mit ihren Anforderungen (Stadt) und an ihrem Rand (Landgut). Unter anderem werden dabei auch Bildungswesen und Rhetorik der Römer thematisiert; Gegenstand der Lektüre sind Briefe des jüngeren Plinius und Gedichte von Catull und Martial. Den Autor Plinius ziehe ich bei der Lerngruppe, die überwiegend aus Schülern besteht, die Caesar bereits gelesen haben, an den Anfang des ersten Halbjahres vor. Da die Klasse 10 von den meisten Schülern übersprungen wurde, möchte ich in das zweite Halbjahr auch den für diese Stufe verbindlich vorgeschriebenen Autor Ovid und damit das Thema Mythos integrieren: in den Metamorphosen erzählt Ovid immer wieder von Menschen, die nach ihrer Identität suchen und dabei Grenzen verletzen. Ovids Erzählweise regt immer wieder an, sich die literarische Gestaltung dieser Texte bewusst zu machen (z. B. sie auf Ironie hin zu untersuchen; hierzu gehört beispielsweise aber auch die Metrik) und das Fortwirken der Mythen in der europäischen Literatur und Bildenden Kunst zu verfolgen. In beiden Kurshalbjahren erwerben bzw. vertiefen die Lernenden Kenntnisse der römischen Geschichte, Kultur und Gesellschaft sowie der römischen politischen Theorie und Praxis. Darüber hinaus sind das Fortwirken der römischen Errungenschaften auf den genannten Gebieten und die Betrachtung überzeitlicher Fragen der menschlichen Existenz Gegenstand des Unterrichtes.

In Bezug auf Tacitus bedeutet das z. B. die Erörterung der Relativität von Wertsystemen, der Zeitbedingtheit und Wandelbarkeit von Wertvorstellungen und sozialen Normen und das Reflektieren fremder Verhaltensweisen. Fragestellungen nach der Rolle von Randgruppen in der Gesellschaft, nach dem Wert von Erziehung und Bildung, nach menschlichem Handeln in Situationen extremer Belastung lassen Plinius einen Bogen zu aktuellen Problemen schlagen.

Abschließend sei erwähnt, dass die lateinische Sprache auch in der Oberstufe durch die konzentrierte und intensive Auseinandersetzung mit dem geschriebenen Wort nicht nur die deutsche Sprachkompetenz verbessern, sondern auch Fähigkeiten wie Konzentrationsvermögen, problemlösendes Denken und Beobachtungsgabe trainieren und fördern kann.

Für die Jahrgangsstufe 12 sind die Kursthemen Rhetorik und „Poesie“ vorgesehen. In Ersterem sollen unter dem Themenstichwort Kunst der Verführung und Manipulation zunächst Elemente der antiken rhetorischen Theorie untersucht (und auf ihre Gültigkeit befragt) werden, um sie dann an repräsentativen Ausschnitten einer Rede Ciceros nachzuweisen. Poesie ist ein zentraler Bestandteil des Selbstausdrucks des Menschen. Für die Römer war sie auch Medium, die eigene Geschichte (Epos: Vergils Aeneis) oder Themen wie Freundschaft, Liebe, Kunst etc. zu reflektieren (Catull; Horaz, Oden) oder auch gesellschaftliche Phänomene aggessiv oder satirisch zu kommentieren (Catull, Martial).

Die Themen der Jahrgangsstufe 13 sind Philosophie (das Weiterwirken griechischer Philosophie bei den Römern; Autoren Seneca und Cicero) und Staat und Politik (entweder die Krise des römischen Staates im 1. Jh. v. Chr. oder Augustus und seine Zeit; ergänzend römische Selbstkritik im Spiegel von Nichtrömern; Autoren: Cicero, Tacitus).

Das Lektüreprogramm wird ergänzt durch regelmäßige Angebote an Studientagen, z. B. Paläographie, Lektüre von mittelalterlichen oder neuzeitlichen Texten oder deutsch-lateinische Übersetzungen, ferner durch archäologische Exkursionen.

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