Internatsschule Schloss Hansenberg

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Schule

Fächer

1. Aufgabenfeld: Chinesisch · Darstellendes Spiel · Deutsch · Englisch · Französisch · Kunst · Latein · Musik · Spanisch
2. Aufgabenfeld: Ethik · Evangelische Religion · Geschichte · Katholische Religion · Philosophie · Politik und Wirtschaft
3. Aufgabenfeld: Biologie · Chemie · Informatik · Mathematik · Physik · Sport

Ethik

Nach den Vorgaben des Schulgesetzes soll das Fach Ethik Verständnis wecken für „Wertvorstellungen und ethische Grundsätze“; es soll außerdem „ethische, philosophische und religionskundliche“ Grundkenntnisse vermitteln. Der Ethikunterricht thematisiert also Bereiche, die auch im Fach Religion behandelt werden. Doch steht er – anders als der Religionsunterricht, insoweit er den Grundsätzen seiner Glaubensgemeinschaft verpflichtet ist – allein und ausschließlich unter dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der öffentlichen Schule im weltanschaulich neutralen Staat der pluralistischen Gesellschaft. So kann er Glücksvorstellungen, Heilsprogramme, Lebensprogramme und Sinngebungen zwar zum Unterrichtsgegenstand, zum Objekt ethischer Urteilsbildung machen, auch ihre Schutzwürdigkeit begründen – werbend für sie eintreten kann und will er jedoch nicht. Dies ergibt sich schon aus der grundgesetzlich garantierten Gewissensfreiheit und der daraus folgenden weltanschaulichen Neutralität staatlichen Unterrichts.

Ethikstunde

Ethikunterricht ist also weder der besondere Ort moralischer Erziehung innerhalb der Schule, noch geht es ihm um sittliche Unterweisung oder um die Einübung von Verhaltensweisen, die der besseren Lebensgestaltung dienen. Nicht der Ethiklehrer ist gefragt bei Problemen des Zusammenlebens in der Schule, bei großen und kleinen Streitereien; hier Regeln zu finden, sie zu diskutieren und durchzusetzen kann nur Aufgabe der Schule insgesamt und ihres generellen Erziehungsauftrags sein.

Diese begrenzten Möglichkeiten des Faches Ethik bedeuten nicht, dass in ihm moralischer Beliebigkeit und der Subjektivität gleichberechtigt nebeneinander stehender, zufälliger Meinungen das Wort geredet werde. Im Gegenteil versucht der Ethikunterricht zu verdeutlichen, dass in der Diskussion von Wertfragen, in der Abwägung von Gut und Böse, in der Begründung von Normen die Kraft des besseren Argumentes auch in der pluralistischen Gesellschaft für die Verbindlichkeit gewisser Grundnormen sprechen kann, während ansonsten weite Bereiche gesellschaftlichen Umgangs durchaus individuellen Vorlieben überlassen bleiben können.

So tritt der Ethikunterricht werbend für das Ethos des Grundgesetzes ein, wie dies die Aufgabe jedes Unterrichtsfaches ist: § 2 des Hessischen Schulgesetzes, Art. 56(4) der Verfassung des Landes Hessen nennen als ethische Grundsätze u. a. „Achtung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität, staatsbürgerliche Verantwortung, Friedfertigkeit und Nächstenliebe“.

Ausgehend von lebenspraktischen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler, die zu tun haben mit Gerechtigkeit und Unrecht, mit Freiheit und Verantwortung, mit Sinnfragen und Wertordnungen, sind eigentlicher Unterrichtsgegenstand die Urteile der Schülerinnen und Schüler zu konflikthaltigen Fragen menschlichen Zusammenlebens. Diese werden im Unterrichtsgespräch thematisiert, auf ihre Begründungs- und Verallgemeinerungsfähigkeit hin überprüft und in den historischen und gesellschaftlichen Bezug ethischer Tradition gestellt.

Der Oberstufenunterricht beschäftigt sich in der Orientierungsphase mit einer der klassischen Grundfragen der Ethik, mit der Frage nach dem Glück, und er stellt die religiöse Sinngebung der Weltreligionen vor. In der Qualifikationsphase steht zunächst Kants anthropologische Frage „Was ist der Mensch?“ im Zentrum; danach werden unter dem Kursthema „Vernunft und Gewissen“ normsetzende Begründungen verantwortlichen Handelns überprüft, um anschließend gesellschaftstheoretische Begründungen verantwortlichen Handelns in den Blick zu nehmen: „Recht und Gerechtigkeit“. Den besonderen ethischen Herausforderungen der Gegenwart (Risikogesellschaft, Großtechnologie, Gentechnik u. a. m.) wird im letzten Halbjahr ein eigener Platz eingeräumt.

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